Dienstag, 14. Juli 2009

Eigene Videos auf das Cybershot

Das Handy Sony Ericsson Cybershot C902 ist keine eierlegende Wollmilchsau (auch Eier legende Wollmilchsau) wie das iPhone - sondern eher zum Telefonieren gedacht.

Nun gut - ein paar Multimedia- und Organizer-Funktionen hat es dann doch, sowie einen 5 Megapixel-Fotosensor, und es kann Videos aufnehmen und wiedergeben.

Die Handhabung ist ... naja - aber hier geht es ja um...

Die Zusammenarbeit mit Linux

Die Kamera wird unter Linux über das mitgelieferte USB-Kabel als Standard-Massenspeicher erkannt und wie ein normaler USB-Stick behandelt, was den Datentransport sehr beschleunigt. Und seitdem unter Ubuntu Jaunty die Bluetooth-Treiber wieder funktionieren, klappt der Datenaustausch auch drahtlos.

Als Videoformate können 3GP- und MP4-Dateien wiedergegeben werden. Das Display hat 320 x 240 Pixel. Was die Bildgröße der Videos angeht, so skaliert und dreht das Handy (es hat einen Lagesensor) den wiedergegeben Clip, wenn dieser größer oder kleiner als das Display ist.

Erstellen einer MP4-Datei über die Kommandozeile

Ein auf verschiedenen Seiten empfohlener Workflow ist - das Codieren mit mencoder:

mencoder input_file \
-vf scale=320:240 \
-ovc lavc -lavcopts vcodec=
mpeg4:vbitrate=300 \
-ofps
25 \
-oac
faac -faacopts br=64:object=2 -channels 2 -srate 44100 \
-o output.avi
Dieser Aufruf skaliert das Video auf 320x240 Pixel, codiert es als mpeg4 mit einer Bitrate von 300 kbps und 25 Bildern pro Sekunde. Das Audio wird mit AAC codiert (hierzu muss ggf. das Paket libfaac0 nachinstalliert werden). Audioeinstellungen: Bitrate 64 kbps, Stereo (2 Kanäle) und eine Samplerate von 44100 Hz.

Weil mencoder angeblich kein normgerechtes MP4 erzeugen kann, wird das Ergebnis zunächst als AVI gespeichert, und im nächsten Schritt mit mplayer wieder in eine Video- und eine Audio-Datei getrennt:

mplayer output.avi -dumpvideo -dumpfile temp.mp4v
mplayer output.avi -dumpaudio -dumpfile temp.aac
Diese werden dann mit dem Programm mp4creator (aus dem Paket mpeg4ip-server) wieder zusammengefügt - diesmal normgerecht:

rm output.mp4
mp4creator -r 25 -c temp.mp4v output.mp4
mp4creator -c temp.aac output.mp4
mp4creator -optimize output.mp4

Das Ergebnis ist dann eine MP4-Datei, die vom C902 wiedergegeben werden kann. Die Bildrate (in diesem Beispiel 25 fps) muss hier explizit angegeben werden.

Man kann mit den Werten ein wenig spielen und z.B. die Audio-Abtastrate an das Quellmaterial anpassen. 300 kbps für Video und 64 kbps für Audio liefern für die Wiedergabe auf dem Handy brauchbare Ergebnisse.

Erstellen der MP4-Datei mit Avidemux

Avidemux ist ein Videokonvertier-Programm mit einigen rudimentären Schnittmöglichkeiten und diversen Bearbeitungsoptionen. Es lässt sich meist über das Repository der jeweiligen Distribution nachinstallieren.

Im Programm selber nimmt man dann - in Anlehnung an die von mencoder verwendeten Werte - folgende Grundeinstellungen vor:

Video: MPEG-4 ASP
Audio: AAC (FAAC)
Format: MP4












Video - Konfigurieren


Benutzerschnittstelle
Kodier-Modus:
Einfacher/zweifacher Durchlauf mit (Durchschnitts-)Bitrate

Bitrate (kb/s): 300






Audio - Konfigurieren

Konfigurieren:
Bitrate: 64 kb/s






Nun können auch die restlichen Filter und Bearbeitungsfunktonen zum Einsatz kommen. z.B. das Zuschneiden des Clips, Änderungen in der Bildgröße, De-Inferlace-Funktionen, Anlegen neuer Tonspuren, um nur einige zu nennen.

Das Ergebnis ist nach einem "Datei - Speicher - Video speichern" direkt auf dem C902 einsetzbar.

Und sollte die Wiedergabe des Videos das Handy einmal zum Absturz bringen - die Batterie lässt sich ja einfach aus- und wieder einbauen.

Sonntag, 12. Juli 2009

Firefox 3.5 in Ubuntu (AMD 64)

Nun sollte es aber auch jeder mitbekommen haben... Die endgültige Version von Firefox 3.5 ist fertig.

Und da, wie zuletzt berichtet, bei der jetzigen Ubuntu-Version (Jaunty) nicht damit zu rechnen ist, dass ein Update verfügbar wird... auf zu mozilla.org, Firefox runtergeladen, läuft...

... wenn da nicht die Flash-Integration wäre. Die ist auf AMD64-Systemen nämlich ohne Tricks nicht so einfach zu haben.

Das Flash-Plugin von Adobe gibt es nur in 32 Bit, und läuft ohne weiteres nicht in 64-Bit-Versionen von Firefox. Dafür gibt es dann den npwrapper, mit dem dann 32-Bit-Plugins auch im 64-Bit-Firefox laufen.

Und auch wenn der Firefox von mozilla.org eine 32-Bit-Version war, so erkannte das von Adobe geladene Installationsprogramm für Flash eine 64-Bit-Umgebung, und brach ab.

Aber es geht auch einfacher!

Christoph Langner fasst in seinem Blog die Möglichkeiten in einem FAQ zusammen. Im Fall von Jaunty ist es besonders einfach - es gibt bereits ein Paket mit dem Namen "firefox-3.5". Dieser übernimmt auch die bestehenden Einstellungen (inklusive der Plugins).

Eine detaillierte Liste der installierten Plugins gibt es im übrigen mit der Eingabe about:plugins in der Adress-Zeile.

Freitag, 19. Juni 2009

eth-Null bleibt eth-Null bleibt eth-Null

In früheren Linux-Versionen hatte man in Systemen mit mehreren Ethernet-Netzwerkkarten hin und wieder das Problem, dass sich die eth-Gerätenummer z.B. nach einem Kernel-Update änderte, weil die Reihenfolge, in der Treiber aufgerufen wurden, auf einmal anders war.

Funktionen, die auf diesen Gerätenummern aufbauten - wie z.B. iptables-Firewalls - bringt dies natürlich durcheinander; und man hat sich unter Umständen ausgesperrt. Wenn der Computer dann nicht so einfach zugänglich ist, ist das... unangenehm.

Bei neueren, auf udev basierenden Systemen passiert das nicht mehr. Das System merkt sich die MAC-Adresse der Karte und weist ihr fest einen Gerätenamen zu. Das Ergebnis sind udev-Regeln, die man in /etc/udev/rules.d/70-persistent-net.rules * finden kann:

# PCI device 0x10de:0x0057 (forcedeth)
SUBSYSTEM=="net", ACTION=="add", DRIVERS=="?*", ATTR{address}=="00:11:22:33:44:55", ATTR{type}=="1", KERNEL=="eth*", NAME="eth0"

Diese Datei ist Ergebnis des Scripts /lib/udev/write_net_rules welches seinerseit von der udev-Regel /etc/udev/rules.d/75-persistent-net-generator.rules gestartet wird. (Beispiele aus Ubuntu Hardy).

In anderen Systemen, stehen diese Dateien teilweise in anderen Verzeichnissen, und die Nummer im Dateiname ist leicht verändert. Mit locate lassen sie sich aber leicht finden.

Dienstag, 16. Juni 2009

Die Kehrseite der häufigen Ubuntu-Releases

Kehrseite der halbjährlichen Ubuntu-Releases ist die Tatsache, das während eines Release-Zyklus zwar Sicherheitsupdates veröffentlicht werden, Feature-Updates oder nicht sicherheitsrelevante Fehler frühestens mit dem nächsten Release behoben werden.

War es im vorletzten Release (Intrepid) - wegen Änderungen im Bluetooth-Stack - der nicht mehr funktionierende Bluetooth-Dongle, so schmerzen die beiden Bugs in Jaunty dann doch:

In OpenOffice verschwinden plötzlich Tabellen aus Word-Dokumenten, und Inkscape lässt sich nach dem Update wegen Durcheinander in den zu ladenden Bibliotheken nicht mehr starten.

Diese beiden Fehler treten bei mir nur in der wohl nicht so weit verbreiteten 64-Bit-Versionen auf und sollen teilweise schon behoben sein.

Auch wenn der Besuch auf dem Ubuntu-Bugtracker-Portal Launchpad einem das warme Gefühl vermittelt, dass man mit dem Problem nicht allein ist, dem Durchschnitts-Ubuntuaner (oder heißen Sie Ubuntuniken...) also dem Durchschnitts-Ubunter-User werden diese Updates wohl frühestens ab Oktober mit Karmic zur Verfügung stehen.

Montag, 8. Juni 2009

Firefox - online auch ohne Internet

Es kommt zwar selten vor, aber hin und wieder betreibe ich meinen Ubuntu-Laptop auch ohne Verbindung zum Internet. Unterwegs - z.B. beim Erste-Hilfe-Einsatz als Computer-Doktor - ist der Zugriff auf die Laptop-Kopie meines Wikis recht nützlich.

Wenn eine Netzwerkverbindung fehlt schaltet Firefox in den Offline-Modus. Auf einen im Laptop laufenden Apache-Server kann so nicht zugegriffen werden.

Natürlich kann man nun mit "Datei - Offline arbeiten" diesen Modus wieder ausschalten. Auf die Dauer nervt diese Zwischenschritt; deshalb hier die Option, wie man ihn umgehen kann:

Mit der Eingabe about:config in der Adresszeile zeigt Firefox seine diversen Konfigurations-Optionen an, die so selten gebraucht werden, dass sich ein eigenes Panel dafür nicht lohnt. Hier sucht man nun nach

toolkit.networkmanager.disable

und setzt die Option auf True.

Man kann sich die Suche erleichtern, wenn man z.B. toolkit als Filterausdruck eingibt.

Hiermit wird Firefox angewiesen den Netzwerkstatus nicht beim Networkmanager zu erfragen und bleibt deshalb immer im Online-Modus. Das als Startseite konfigurierte Wiki wird nun direkt angezeigt.

Samstag, 6. Juni 2009

ng-upnp2mrtg Version 0.2.3 freigegeben

Das Dienstprogramm ng-upnp2mrtg zur Abfrage von Byte-Countern in UPNP-Routern ist nun in Version 0.2.3 verfügbar.

Neu in dieser Version ist die Option --nowrap

Beim Neuaufbau von Verbindungen (z.B. nach einer Zwangstrennung) setzen Modems häufig die Empfangs- und Sende-Zählerstände auf Null zurück. MRTG interpretiert dies als 32-Bit-Zählerüberlauf, was in der grafischen Darstellung zu einer Spitze führt. Diese lässt sich auch durch andere MRTG-Optionen nicht sicher verhindern.

Wenn diese ng-upnp2mrtg-Option gesetzt ist, werden die Zählerstände vom Skript zwischengespeichert und nach einem Reset als Offset bei allen nachfolgenden Ausgaben hinzuaddiert.

Ohne diese Spitzen kann die Funktion zur automatischen Skalierung wieder richtig arbeiten.

Samstag, 9. Mai 2009

T-Mobile und GnuPG/PGP


Ab diesem Monat gibt es die Handy-Rechnung nicht mehr auf Papier – natürlich aus Umweltschutzgründen. Wohin die gesparten Druck- und Versandkosten fließen, bleibt ungenannt.

Zu bekommen ist die Rechnung über das T-Mobile-Internet-Portal, aber auch der zusätzliche Versand per E-Mail ist vorgesehen. Diese E-Mail kann sogar mit PGP/GnuPG verschlüsselt werden. Falls der Rechnung noch der Einzelverbindungsnachweis beiliegen soll, ist die Verschlüsselung sogar zwingend vorgeschrieben.

Den Masken zum Einrichten ist eine ausführliche Seite mit Anweisungen vorgeschaltet. Jeder der in der Lage ist, ein GnuPG/PGP-Schlüsselpaar zu generieren, den öffentlichen Schlüssel auszulagern und hochzuladen, wird mit der Beschreibung keine Probleme haben...

Probleme hatte an diesem Tag hingegen der entsprechende Server bei T-Mobile, der den Versuch diese Konfiguration einzurichten mit einem „unbekannten Fehler“ quittierte. Zwar erhielt ich nach dem Einrichten die zugehörige verschlüsselte E-Mail mit der Bestätigung, der darin enthaltene Bestätigungscode wurde aber nicht angenommen. Unterdessen funktioniert aber auch das.



So sehr man T-Mobile für eine der ersten realen Einsatzmöglichkeit für GnuPG/PGP danken möchte, ein weit verbreiteter Einsatz ist nicht zuletzt wegen des umständlichen Verfahrens unwahrscheinlich.